Herzinfarkt – der plötzliche Tod
Der Herzinfarkt gilt landläufig als typische Managerkrankheit: Bei gestressten und Kette rauchenden Männern im mittleren Alter ist der Herzinfarkt tatsächlich die häufigste Todesursache. Doch nicht nur Männer im mittleren Alter sind vom Herzinfarkt betroffen – auch Frauen und ältere Menschen sterben daran. Im Überblick
Steigende Herzinfarkt-Häufigkeit bei Frauen
Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in den Industrienationen. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 80.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. Zwar sind die Zahlen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig, alarmierend ist aber, dass inzwischen deutlich mehr Frauen von der Krankheit betroffen sind. Dafür ist in erster Linie das Rauchverhalten verantwortlich: Heute rauchen Frauen viel häufiger und früher im Leben als noch vor 30 Jahren. Rauchen ist allerdings nur einer von mehreren Risikofaktoren; auch Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und
Diabetes mellitus erhöhen die Gefahr für einen Herzinfarkt.
Bei Männern tritt der Herzinfarkt oft schon vor dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind meist erst nach den Wechseljahren betroffen, wenn die Produktion des gefäßschützenden Geschlechtshormons
Östrogen allmählich zurückgeht.
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Ursache: ein Gefäßverschluss
Unser Herz ist ein großer Hohlmuskel. Für die ständige Pumparbeit brauchen die Muskelzellen ausreichend Sauerstoff. Über die beiden
Herzkranzgefäße, die sich in ein dichtes Gefäßnetz verzweigen, wird das Muskelgewebe mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Bei einem Herzinfarkt ist diese Blutzufuhr an einer oder mehreren Stellen der Herzkranzgefäße durch eine Verengung stark eingeschränkt oder komplett unterbrochen – man spricht von einem Gefäßverschluss.
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Spezielle Eiweiße im Blut zeigen Risiko frühzeitig an
Ein Verschluss entsteht meist dadurch, dass Kalkablagerungen (arteriosklerotische Plaques) in Gefäßen durch eine Entzündung aufreißen und sich an der Rissstelle ein Blutgerinnsel bildet, das die Arterie verstopft. Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass spezielle Eiweiße im Blut die Gefahr einer Entzündung arteriosklerotischer Plaques schon anzeigen, wenn der Patient noch gar keine Herzbeschwerden verspürt. Durch diese Entdeckung könnten Gefährdungen frühzeitig erkannt und eine vorbeugende Behandlung eingeleitet werden.
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Frauenherzen schlagen anders
Bei Männern sind in der Regel die dicken Äste der Herzkranzgefäße eingeengt oder verschlossen. Diese Engpässe lassen sich meist bei einer
Herzkatheteruntersuchung gut beurteilen und auch beseitigen. Bei Frauen dagegen entsteht ein Herzinfarkt häufig durch Verschluss von Engstellen in den kleinen Gefäßverzweigungen, die mit dem Herzkatheter nicht zu erreichen sind. Eine Auflösung des Gerinnsels und Blutverdünnung mit Medikamenten ist deshalb bei Frauen oft der einzig hilfreiche Weg.
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Risikofaktoren für einen Herzinfarkt
Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind dieselben wie für eine
koronare Herzkrankheit und die
Arteriosklerose. Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind neben steigendem Alter, das männliche Geschlecht sowie erbliche Veranlagung.
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Vermeidbare Risikofaktoren sind
Außerdem steigern Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum und eine ungesunde Ernährung das Herzinfarktrisiko.
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Auslöser
Auslöser für einen Infarkt können plötzliche Belastungen und Stress-Situationen mit starken Blutdruckschwankungen sein. Vorsicht: Gerade montags nach einem entspannten Wochenende treten die meisten Herzinfarkte auf, sogar bei Rentnern jenseits des 60. Lebensjahres, die keiner beruflichen Belastung mehr ausgesetzt sind.
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Herzinfarkt kommt oft vormittags Grundsätzlich kann ein Herzinfarkt zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. In den frühen Morgen- und Vormittagsstunden kommt es aber am häufigsten zu Infarkten, nachts treten die wenigsten Herzinfarkte auf. Der Gipfel am Vormittag erklärt sich dadurch, dass in der Zeit bis zu drei Stunden nach dem Aufwachen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zunimmt und sich schneller Verschlüsse in den verengten Herzkranzgefäßen bilden. Bezüglich der Tageszeiten, zu denen ein Herzinfarkt eintritt, unterscheiden sich Frauen und Männern nicht. Frauen sind aber in den Vormittagsstunden öfter als Männer allein zu Hause. Sie sollten deshalb wissen, dass hinter Bauch-, Nacken- oder Rückenschmerzen auch ein Herzinfarkt stecken kann und dass schnelle Hilfe lebensrettend ist.
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Symptome bei einem Herzinfarkt
Manchmal ist ein Herzinfarkt das erste Zeichen einer
koronaren Herzkrankheit und tritt plötzlich und unerwartet auf. In den meisten Fällen hat sich die Durchblutungsstörung des Herzens aber schon Monate bis Jahre vorher durch typische Symptome wie belastungsabhängigen Brustschmerz oder belastungsabhängige Atemnot bemerkbar gemacht. Damit bei einem Infarkt frühzeitig Hilfe geholt werden kann, sollten Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit und deren Angehörige die Symptome des Herzinfarkts kennen. Meist beginnt ein Herzinfarkt mit plötzlich einsetzenden Brustschmerzen. Die Schmerzen werden als stechend, brennend oder drückend empfunden, halten länger als fünf Minuten an und bessern sich nicht in Ruhe oder durch die Einnahme von
Nitratspray. Oft strahlen die Schmerzen aus, die Ausstrahlung kann aber auch fehlen.
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Typische Symptome für einen Herzinfarkt:
- schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können (und nicht auf Nitratspray ansprechen)
- starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angst
- zusätzlich zu Brustschmerzen: Luftnot, Übelkeit, Erbrechen
- Schwächeanfall (auch ohne Schmerz), evtl. Bewusstlosigkeit
- blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß
- schneller Puls
In Ausnahmefällen fehlen die typischen Beschwerden, man spricht dann von einem "klinisch stummen" Herzinfarkt. Bei Diabetikern entdeckt der Arzt beispielsweise einen Infarkt oft zufällig im
EKG. Durch den jahrelangen Diabetes mellitus sind die Nervenleitbahnen so stark geschädigt, dass der Patient die Infarktschmerzen nicht oder kaum spürt.
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Vorsicht: Bei Frauen verläuft Herzinfarkt oft untypisch Bei Frauen verläuft ein Herzinfarkt oft anders und wird deshalb nicht immer rechtzeitig erkannt. Frauen klagen bei einem Infarkt seltener über Brustschmerzen, dafür aber häufiger über Oberbauchbeschwerden, Luftnot und Nacken- und Rückenschmerzen. Weil bei Bauchschmerzen und Übelkeit aber selten an einen Herzinfarkt gedacht und nicht sofort der Notarzt gerufen wird, sterben beispielsweise in der Altersgruppe der unter 60-Jährigen in den ersten Krankenhaustagen fast doppelt so viele weibliche wie männliche Infarktpatienten. Besonders Frauen mit einer bekannten
koronaren Herzkrankheit sollten deshalb auch untypische Symptome unbedingt ernst nehmen und lieber einmal zu oft den Notarzt rufen.
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